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Nordrhein-Westfälischer
Handwerkstag
PRESSE-INFORMATION
Nr. 13/ 2008 vom
20.November 2008
US-Soziologe Richard Sennett Träger des Europäischen Handwerkspreises 2008
Auslobendes NRW-Handwerk würdigt vehementen Förderer des "Prinzips Handwerk"
Einer der bestreputierten Soziologen unserer Zeit, Prof. Richard Sennett, ist Träger des Europäischen Handwerkspreis 2008. Der US-amerikanische Sozialwissenschaftler und vielgelesene Sachbuchautor ("Der flexible Mensch"; "The Craftsman" - "Handwerk") nahm die Auszeichnung am Donnerstag vor 400 geladenen Gästen in Köln entgegen.
Der Nordrhein-Westfälische Handwerkstag (NWHT) würdige mit der Ehrung den "international stark beachteten Beitrag Sennetts zu einer weltweiten Debatte mit dem Ziel einer Rehabilitation der handwerklich geprägten Arbeitsweise in der Wirtschaftswelt", erläuterte der Präsident des NWHT, Prof. Wolfgang Schulhoff, die Motivation des Auslobers in seiner Laudatio zusammenfassend. Die jüngste Monografie Sennetts, "Handwerk", arbeite "beispielhaft heraus, dass die Autorität und Sittlichkeit des Könners einen Reifungsprozess und ganzheitlichen Bildungsweg voraussetzen, der erst Fertigkeit und Dauerhaftigkeit verleiht. Ein Zusammenhang, der vor dem Hintergrund der Finanzkrise und dem Fehlverhalten vermeintlicher Eliten besondere Aktualität besitzt", betonte Schulhoff.
Sennett sprach sich in seiner Dankes-Replik für eine "neue Wertschätzung" für eine "profunde und umfassende professionelle Ausbildung und Qualifizierung" aus. Der Professor am Massachusetts Institute of Technology und an der London School of Economics ist der vierzehnte Träger des mit 10.000 Euro dotierten Europäischen Handwerkspreises. Die Auszeichnung wird in zweijährlichem Rhythmus von der Landeshandwerksvertretung verliehen. Die Preisverleihung war gleichzeitig das Auftaktereignis zur diesjährigen Messe Haus & Wohnen in Köln (20. bis 23. November).
Im einzelnen begründet der auslobende Handwerksverband die Vergabeentscheidung zugunsten Sennetts wie folgt:
"Der diesjährige Preisträger habe insbesondere in seiner jüngsten Publikation "Handwerk" ein vehementes, facettenreich und überzeugend begründetes Plädoyer für die Wertigkeit handwerklichen Könnens abgelegt. Mit dem Begriff vom "Prinzip craftmanship" rücke Sennett eine ganzheitliche, Hand- und Kopfarbeit integrierende Produktionsweise in den Fokus der Betrachtung ökonomischer Modernisierungsprozesse und einer Nachhaltigkeit und Humanität versöhnenden Wirtschaftsordnung. Sennetts Handwerksbegriff beschwöre den selbstbestimmten und selbstbewussten Idealtypus des Facharbeiters, dessen Werthaltung bestimmt sei von dem Gedanken, die Arbeit `um ihrer selbst willenŽ gut zu machen. Der Facharbeiter werde bei Sennett beschrieben als dynamisches Subjekt eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, der gleichermaßen bildungs- wie erfahrungsgeleitet ablaufe. Damit treffe Sennett die im Handwerk verbreitete Grundüberzeugung auf das Vortrefflichste. Sie lautet: Die in diesem Wirtschaftsbereich verwirklichten Prinzipien der Qualifikation und Eigenverantwortung markierten einen, ja den Kernbestand einer mittelständisch geprägten sozialmarktwirtschaftlichen Ordnung."
Träger des "Europäischen Handwerkspreis" in der Vergangenheit waren unter anderen Bundeskanzler a.D. Helmut Kohl, der belgische Ministerpräsident a. D. Leo Tindemans, der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker und die Ministerpräsidenten a.D. Johannes Rau, Wolfgang Clement und Kurt Biedenkopf. Vormaliger Preisträger war im Jahre 2006 der Vorsitzende der FDP, Dr.Guido Westerwelle.
Auf dem Foto von links nach rechts:
Gerald Böse, Kölner Messechef ,
Wolfgang Miehle,
Jan Pothof,
Dr. Thomas Köster,
Richard Sennett,
Franz-Josef Knieps,
Prof. Wolfgang Schulhoff,
Karsten Beneke,
Josef Müller
Foto: Wilfried Meyer
Foto oben: KoelnMesse
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