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Nordrhein-Westfälischer
Handwerkstag
PRESSE-INFORMATION
Nr. 2/ 2010 vom
21. Januar 2010
Das Handwerk: Stabilisator der Wirtschaftsentwicklung in NRW
Lagebericht des NWHT zur Konjunktursituation an der Jahreswende 2009/10
Das Geschäftsklima im nordrhein-westfälischen Handwerks hat sich in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres deutlich erholt.
Im Herbst 2009 betrug der Konjunkturklima-Index zufriedenstellende 73 Punkte. Noch im Frühjahr 2009 hatte der Index einen Tiefwert von 63 Punkten ausgewiesen. "Das Handwerk hat sich in einem insgesamt schwierigen wirtschaftlichen Umfeld als stabilisierender Faktor behauptet", kommentierte der Präsident des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstags, Prof. Wolfgang Schulhoff, die Entwicklung.
Der günstige Konjunkturverlauf wird auch von der vierteljährlichen Handwerksbericht-erstattung des Landesamts für Datenverarbeitung und Statistik (LDS) untermauert. Während für die erste Jahreshälfte noch ein deutliches Umsatzminus im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum zu Buche steht, belebte sich nach LDS-Angaben die Geschäftstätigkeit im Handwerk während der Sommermonate und erreichte im dritten Quartal wieder das durchschnittliche Niveau des Jahres 2007. Der Umsatzanstieg in NRW fiel vom zweiten zum dritten Quartal 2009 mit 1,7 Prozent im NRW-Handwerk höher als in der Gesamtwirtschaft auf Bundesebene (plus 0,7 Prozent) aus.
Der Konjunkturverlauf nach Branchengruppen zeigt allerdings ein geteiltes Bild:
- Das Kfz-Handwerk verharrte im Herbst 2009 auf einem gegenüber Frühjahr praktisch unverändert niedrigen Level. Schulhoff: "Im Kfz-Gewerbe sind aufs Ganze gesehen kaum Anzeichen für eine Belebung erkennbar". Die Abwrackprämie hat eine Reihe von Kfz-Betrieben eine zeitlich befristete Stabilisierung beschert. Die insgesamt schwierige Lage der Branche konnte die Subvention nicht nachhaltig verbessern. Tatsächlich bestätigen die vierteljährlichen Umsatzzahlen eine Erholung im Sommer und bereits wieder einen überdurchschnittlichen Einbruch im III. Quartal.
- Auch die Umsatzentwicklung in den für industrielle Abnehmer produzierenden Unternehmen verlief ausgesprochen ernüchternd: die handwerklichen Zulieferer verzeichneten in 2009 20 Prozent weniger Umsatz als ein Jahr zuvor.
- In der Krise gut behauptet haben sich dagegen das Lebensmittelhandwerk, die Gesundheitsberufe (u.a. Augenoptiker, Zahntechniker) und die Handwerke für den privaten Verbrauch (u.a. Maßschneider, Uhrmacher, Goldschmiede) mit insgesamt leicht steigenden Umsätzen im Jahresverlauf.
- Noch stärker stiegen - nach massiven Einbrüchen im Winter 2008/09 - im Jahresverlauf die Umsätze im Bauhauptgewerbe und im Ausbaugewerbe. Der Geschäftsklimaindex im Bauhandwerk erreichte mit 72 Punkten im Herbst wieder das Niveau des Gesamthandwerks. Im Ausbauhandwerk lag der Wert mit 78 Punkten sogar fünf Punkte über dem Handwerks-Durchschnitt. Für den Aufwärtstrend sorgen lebhafte Investitionen in die energetische Gebäudesanierung (und die entsprechende finanzielle Begleitung vor allem durch die zinsgünstigen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau) sowie das Konjunkturpaket II zur Mobilisierung von Investitionen in den Kommunen. Die Firmen profitierten zudem von einer überraschend stabilen privaten Nachfrage in den handwerksrelevanten Käuferschichten.
In der konjunkturellen Perspektive geht der NWHT trotz erster Anzeichen für ein Ende des Abwärtstrends im Maschinenbau und im Zulieferhandwerk von einem "schwierigen Jahr" fürs Handwerk aus. Wie die Wirtschaftsforschungsinstitute rechnet der NRW-Handwerkstag für die Gesamtwirtschaft und für den beschäftigungsstärksten Wirtschaftssektor, das Handwerk (180.000 Unternehmen, 1,01 Mio Beschäftigte) mit einem allenfalls niedrigen Wirtschaftswachstum. "Voraussetzung dafür ist, dass sich der vom Statistischen Bundesamt errechnete überraschende Einbruch des Sozialprodukts im IV. Quartal 2009 nicht fortsetzt, es zu keiner Kreditklemme kommt und die Konjunkturhilfen für den Bau und Ausbausektor nachhaltige Effekte auslösen," so Schulhoff. Mit erheblichen Risiken sei insbesondere der Arbeitsmarkt behaftet.
Rückfragen: Alexander Konrad, Leiter Presse NWHT, Tel. 0211-8795-140, E-Mail: presse@hwk-duesseldorf.de.
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